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18.09.2017

Thema des Monats: Vergütung – heute: Was hat es eigentlich mit der Grundlohnsumme auf sich?

Seit Anfang September läuft die Aktion des Spitzenverbandes für Heilmittelverbände (SHV) zu den Themen Vergütung, Schulgeldfreiheit, Direktzugang und Akademisierung. Alle Informationen dazu gibt es unter www.shv-heimittelverbaende.de. PHYSIO-DEUTSCHLAND begleitet die Aktionsthemen des SHV mit flankierenden Meldungen auf dieser Homepage. Diese Woche geht es um die Grundlohnsumme – schon mal etwas davon gehört?

PHYSIO-DEUTSCHLAND informiert zum Thema Vergütung – heute Grundlohnsumme

Die Grundlohnsumme ist die Summe aller beitragspflichtigen Einnahmen innerhalb eines Jahres in der Krankenversicherung. Steigen die Löhne, Gehälter und Renten, dann steigen die Einnahmen der Krankenkassen und die Veränderungsrate der Grundlohnsumme ist positiv. Immer Mitte September gibt das Bundesministerium für Gesundheit diese Veränderungsrate bekannt. Ziel der Politik ist es, den Beitragssatz zur Krankenversicherung mittels der Grundlohnsummenbindung stabil zu halten. Im Grundsatz gilt: Es soll nicht mehr Geld ausgegeben werden, als Geld reinkommt. Diesem Grundsatz folgten auch die Sozialgerichte, die in den letzten 20 Jahren Gebührenabschlüsse bzw. Schiedsentscheidungen oberhalb der Grundlohnsumme regelmäßig als unwirksam erklärten. 

Für das Jahr 2017 liegt die Steigerungsrate bei +2,5 Prozent. Ganz aktuell hat das Bundesministerium für Gesundheit die Steigerungsrate für 2018 bekannt gegeben – sie liegt bei +2,97 Prozent für das Jahr 2018. In den letzten zehn Jahren lag die Veränderungsrate zwar immer im Plus,  aber in den meisten Jahren stiegen die Kosten in den Praxen inflationsbedingt deutlich stärker als die Preise im Rahmen der Gebührenverhandlungen hätten steigen können. Der niedrigste Wert lag 2008 bei +0,64 Prozent und die höchste Steigerung im Jahr 2016 bei +2,95 Prozent.

Der Wegfall dieser Begrenzung für Gebührenerhöhungen ist eine zentrale berufspolitische Forderung von PHYSIO-DEUTSCHLAND. Denn diese langjährige Deckelung der Preisanpassungen hat viele Praxen in eine prekäre finanzielle Situation gebracht.

HHVG bringt berufspolitischen Erfolg und die Chance auf eine bessere Vergütung

Mit unserer Kampagne "38,7 % mehr wert." haben wir für die unzureichende finanzielle Situation in der ambulanten physiotherapeutischen Versorgung sensibilisiert – zunächst in Richtung Politik und dann auch gegenüber den Krankenkassen.

Durch das Inkrafttreten des Gesetzes zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung (HHVG) im April 2017 entfällt diese Obergrenze, und zwar mindestens bis Ende 2019 – also (zunächst) für drei Jahre. Nun sind Gebührenabschlüsse oberhalb der Grundlohnsumme möglich. PYHSIO-DEUTSCHLAND hat dies in vielen Vertragsgebieten bereits erreicht und Abschlüsse zwischen 8,5 und 30 Prozent (für drei Jahre) für 2017 erzielen können. "Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Weitere müssen folgen, damit unser Beruf attraktiver wird und wir hierzulande nicht länger zu den Geringverdienern zählen. Dafür ist unsere Arbeit für viele Menschen in Deutschland zu wertvoll", betont Andrea Rädlein, Vorsitzende von PHYSIO-DEUTSCHLAND.

Die verhandelnden Berufsverbände sind sich einig: Die nächsten drei Jahre müssen deutliche Erhöhungen der Gebühren erfolgen. Nur so lässt sich die  Situation der Therapeuten verbessern und damit die Patientenversorgung sichern. "Wir haben deutlichen Nachholbedarf bei den Gebühren für therapeutische Leistungen von gesetzlich krankenversicherten Patienten", erklärt Andrea Rädlein.

PHYSIO-DEUTSCHLAND fordert gemeinsam mit den Mitgliedsverbänden des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände (SHV) auch von der Politik weitere Schritte zur finanziellen Aufwertung der Therapieberufe.  "Die Deckelung bei Gebührenverhandlungen durch die Grundlohnsumme muss dauerhaft – und nicht nur auf drei Jahre begrenzt -  wegfallen. Nur dann kann die finanzielle Situation der Praxisinhaber und deren Angestellten dauerhaft besser werden", fordert die Vorsitzende von PHYSIO-DEUTSCHLAND.

Sie fragen, PHYSIO-DEUTSCHLAND antwortet

Wenn Sie Fragen zu den einzelnen Themen oder sonstige Anregungen haben, dann schreiben Sie uns eine E-Mail an info(at)physio-deutschland.de. Gerne greifen wir Ihre Fragen in unserer Themenserie auf.